Menschen, welche tieffrequenten Schall wahrnehmen, leiden nicht an speziell lauter Infraschallemission, sondern an der knapp hörbaren Schallimission. Dieser Ton versetzt uns in Alarmbereitschaft, welcher da wabbert.

Es gibt mehr tieffrequenten Schall bedingt durch grössere Maschinen (Flugzeugen, Autos und Schiffe) sowie durch Zunahme in Siedlungsnähe sowie Schallschutzmassnahmen und Schalldämmung, welche die Bandbreite im 'unhörbaren' Bereich akzentualisieren.
hifi
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Menschen, welche tieffrequenten Schall wahrnehmen, leiden nicht an speziell lauter Infraschallemission, sondern an der knapp hörbaren Schallimission. Dieser Ton versetzt uns in Alarmbereitschaft, welcher da wabbert.

Beitragvon hifi » 27.12.2009

Die Hörschwelle beim gesunden Ohr liegt etwa auf der Tonhöhe von 100 Hz. Man geht landläufig davon aus, dass ein Ton unter 100 Hz extrem laut sein muss, damit er wahrgenommen werden kann (siehe Anhang). Wenn man ein Spektrum bis 0 Hz betrachtet ist das ist richtig, aber irrelevant, wenn man die Phänomene an der Hörschwelle zwischen Wahrnehmen und Nichtwahrnehmen betrachtet. Das akustische Grenzphänomen an der Hörschwelle ist unser Problem (roter Punkt auf der Grafik).

Menschen, welche tieffrequenten Schall wahrnehmen, leiden also nicht an speziell lauter Infraschallemission bin in tiefste Tiefen, sondern vielmehr an der knapp hörbaren Schallimission. Dieser Ton versetzt uns in Alarmbereitschaft, welcher da wabbert. In der Wahrnehmung irritierend ist insbesondere das Hinundherwechseln, das On/off.

Falls die Hörschwelle tiefer liegt, als beim gewöhnlicher Wahrnehmung, dann kommt der Mensch in den Genuss jener Lärmemissionen, welche von den Ingenieuren der Verbrennungsmotoren im vollen Bewusstsein um die Schallschutznormen dorthin verbannt werden. Nach dort, unterhalb der offziellen Hörschwelle also, zum Leidwesen der Menschen, mit einer tieferliegenden Hörschwelle.

Solchen Menschen werden um ihre Konzentrationsfähigkeit beraubt. Gerade tiefes Brummen geht uns auf die Nerven. Während grosser Zeiträume ist nur leichte Unterhaltung und niederschwellige intellektuelle und kreative Leistung angesagt. Dieser Zustand geht auch mit Gereiztheit und Depression einher. Wer seine Wohnung mehr oder weniger freiwillig mit einer Geräuschkulisse vom Strassenlärm teilt, wird sich mit der Zeit daran gewöhnen, vorausgesetzt, das Rauschen ist konstant und wechselt die Intensität nicht abrupt. Das ist beim Brummton leider der Fall.

Das on/off der Wahrnehmung von Infraschall hat verschiedene Gründe. Eine Strasse mit Verkehr stellt eine Schallemission dar. Ist Stau oder wechselt eine Ampel auf Rot, dann kann sich die Imission wegen der Physik und Übertragung schlagartig verdoppeln oder vervielfachen. Die Empfindung ist mit ständig wechselnder Intentät ausgesetzt. Nahe an der Hörschwelle bedeuten diese Wechsel ein stetes und chaotisches on/off-Empfinden des Brummton. Vermutlich kann sich das Gehör aus diesem Grund nicht an ein bestimmtes Schallphänomen einspielen. Es wird immer wieder aufs neue irritiert.

Nebst dem Verkehr könnten auch sonstige Geräsche, das Schnarchen eines Menschen (bei mir ist es der Hund, der schnarcht), die Trittgeräusche des Nachbarn oder der Wind dieses on/off der Brummtonwahrnehmung auslösen, sowie Ereignisse im Körper, also Stoffwechselvorgänge, Blutdruck oder sonstige pulsierende Veränderungen.

Unschwer kann man sich vorstellen, dass auch EM-Wellen ein gewichtiger Faktor sind, welche periodisch durch Zu- und Abnahme auf den Körper und somit auf die Wahrnehmung von Infraschall Einfluss haben. Somit wäre der on/off-Schalter nicht mit Schallmessgeräten nachweisbar.

Dieses on/off-Wechseln ist ein grosses Ärgernis. Verhindern könnte man dieses durch verschiedene Massnahmen:

1. Anpassung der Lärmquelle, bezw. Verteilung der Schalldrucks auf ein breiteres Spektrum
2. Elektrosmog, der in Wahrheit eine gepulste Strahlung darstellt, sollte in heterogenes Pulsen, also tatsächlichen >Smog< umgebaut werden.

Weitere sachkundige Informationen und Möglichkeiten werden hier gesucht.
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yewie56
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Re: Menschen, welche tieffrequenten Schall wahrnehmen, leiden nicht an speziell lauter Infraschallemission, sondern an der knapp hörbaren Schallimission. Dieser Ton versetzt uns in Alarmbereitschaft, welcher da wabbert.

Beitragvon yewie56 » 08.10.2015

Am Beispiel des Resonanzrohres wird ersichtlich,
dass die Auslegung von Auspuffanlagen nicht primär
der Lärmdämmung Rechnung trägt, sondern zunächst
mal der technischen Notwendigkeit.
Würde sie anders dimensioniert, würde ein Motor einfach nicht
laufen.

http://www.rc-car-berlin.de/html/das_resonanzrohr.htm

Trotz- oder gerade wegen dem, macht mich das "Resonanzrohr"
stutzig.
Wenn etwas resoniert, tut es das meist auf einer definierten
Wellenlänge / Frequenz.
Und dies im tiefen Frequenzbereich.


Zuletzt als neu markiert von yewie56 am 08.10.2015.