Spectrum Lab Referenzkurven

Es gibt mehr tieffrequenten Schall bedingt durch grössere Maschinen (Flugzeugen, Autos und Schiffe) sowie durch Zunahme in Siedlungsnähe sowie Schallschutzmassnahmen und Schalldämmung, welche die Bandbreite im 'unhörbaren' Bereich akzentualisieren.
obod0002
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Spectrum Lab Referenzkurven

Beitragvon obod0002 » 08.07.2011

ich mach' mal den Versuch und beschreibe was ich hier bis dato unternommen habe:

Messung in Spectrum Lab ohne angeschlossenes Mikrofon (gelbe Kurve) <- hier ist's egal ob man einen offenen Ausgang hat oder diesen mit einem Metallnagel kurzschließt (Widerstand hab' ich nicht zur Verfügung gehabt).
Auswählen dieser Kurve in SpecLab mittels ALT-o -> ALT-r.

Und dann z.B. "Current" oder "Peak" oder "Average". Anzeigen der Referenzkurve (himmelblau):
kesz_referenz_110707_2208.jpg


Wenn man es dann noch schafft nach dem Abziehen der Referenzkurve und einem letzten "Apply" seine neue Kurve wiederzufinden (dB-Bereich hat sich geändert!), dann sieht's z.B. so aus:
kesz_norm_110707_2207.jpg


Ohne die Subtraktion der Referenzkurve wäre der Frequenzgang etwa der folgende:
vgl_dual_waende_kesz_110706_2221.jpg


Man sieht in dem "kesz_norm" also recht gut, daß die zuvor im Bereich um 0 bis 10hz massiv erhöhte Kurve plötzlich recht flach wird.
Die Peaks bei 24/25hz aber auch die bei 112/113hz sowie 156hz und noch weitere schwanken bei dieser Art der Messung extrem. 20dB ist da nix.
Warum die Schwankung so extrem ist, obwohl ich doch eigentlich nur eine fixe Kurve und damit von jedem Punkt einen festen Betrag abziehe ist mir unergründlich. Vielleicht weiß es ja jemand aus dem Forum?

!! Leider habe ich es nur mit einem Mikro geschafft, parallele Aufzeichnungen von 2 Mikros die anhand ihrer jeweiligen Referenzen "normiert" sind, konnte ich nicht hinbekommen. !!
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yewie56
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Re: Spectrum Lab Referenzkurven

Beitragvon yewie56 » 08.10.2015

Es sieht ganz danach aus, dass Du bei dieser Art das 1/f Rauschen Deiner Messeinrichtung entfernt hast. Dieses Rauschen nimmt mit Frequenzen gegen Null immer weiter zu. Aus diesem Grund hatte ich auch einmal gesagt, dass unterhalb etwa 10Hz Beobachtungen nur dann gemacht werden sollten, wenn sie nicht kontinuierlich sondern höchstens diskontinuierlich (Stöße, Intensitäts-Peaks) auftreten. Denn 1/f Rauschen ist nur kontinuierlich. Wenn es denn diskontinuierlich auftritt, muss es als ein Ereignis gewertet werden.

Die Peaks bei 24/25hz aber auch die bei 112/113hz sowie 156hz und noch weitere schwanken bei dieser Art der Messung extrem. 20dB ist da nix.
Warum die Schwankung so extrem ist, obwohl ich doch eigentlich nur eine fixe Kurve und damit von jedem Punkt einen festen Betrag abziehe ist mir unergründlich. Vielleicht weiß es ja jemand aus dem Forum


Es könnte sein, dass Du auf diese Art und Weise dem Decimation-Schieberegister ein Schnippchen geschlagen hast. Dieses Schieberegister bei der FFT Bildung wirkt sich in gewisser Weise wie eine Art Mittelwertbildung aus, dass heißt, nun fehlt diese Mittelwertbildung und Amplituden-Peaks und Einbrüche kommen so nunmehr zum Vorschein.
Wahrscheinlicher ist jedoch folgender Sachverhalt:
Da deine Referenz ja nur von kurzer Dauer ist, wird diese nun immer wiederholend auf die kontinuierliche Messung aufgesetzt - also immer wieder darüber gefaltet, konvolutiert.

Beim Wiederansetzen der Referenz entstehen dabei Übergangsstörstellen. Deshalb würde ich da weniger Gehalt drauf geben.

Die Beobachtung des 1/f Rauschens ist aber von großer Wichtigkeit. Unterhalb von 10Hz sind wir für kontinuierliche Signale wohl blind.


Zuletzt als neu markiert von yewie56 am 08.10.2015.