Experimente zu Grundlagen der Akustik

Es gibt mehr tieffrequenten Schall bedingt durch grössere Maschinen (Flugzeugen, Autos und Schiffe) sowie durch Zunahme in Siedlungsnähe sowie Schallschutzmassnahmen und Schalldämmung, welche die Bandbreite im 'unhörbaren' Bereich akzentualisieren.
yewie56
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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon yewie56 » 22.09.2011

Betrachte es so:

Man hat permanent ein Fenster vor den Ohren ...

schrotti
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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon schrotti » 23.09.2011

Frage1:

Welche Folgen könnte die Pegelaufspreitung eines Frequenzgemisches im niederfrequenten Bereich durch Isolation beispielsweise eines Fensters für den Höreindruck haben?


Bei Schallmessungen nach DIN 45680 wird von einem deutlich hervortretenden Einzelton gesprochen wenn die Differenz zu den benachbarten Terzen größer als 5 dB ist.
Durch das Fenster geschieht ähnliches, es wird zu den höheren Frequenzen hin eine Differenz geschaffen. Das muss natürlich den Höreindruck zum tonalen hin verändern.
Wenn ich recht erinnere wird in der oben genannten DIN verlangt das außerhalb also vor dem Fenster gemessen wird.

obod0002
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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon obod0002 » 24.09.2011

anbei noch die angekündigte Messung: zwei unterschiedliche Zimmer mit unterschiedlichen Größen, unterschiedlich großen Fenster und unterschiedlich "Lichthöfen":

vgl_kebad_kesz_dual_110923_2354.jpg

vgl_kebad_kesz_plot_201109232354_Splot.jpg

Es zeigt sich sehr schön oder eher erschreckend daß der Ton draußen lauter wird wenn das Fenster geschlossen wird.

Weiterhin zeigt sich, vor allem im Plot, daß die Grundlautstärke bei geöffnetem Fenster im Kellerbad um ca. 5dB niedriger ist. Scheinbar trägt der Kellerlichtschacht mit der deutlich geringeren Größe dazu bei.

Es zeigt sich aber auch, daß ein Schließen des Kellerbad-Fensterchens die Pegel noch weiter aufspreizt als dies beim größeren Kellerschlafzimmerfenster mit der dort im Vergleich riesigen Freifläche vor dem Fenster geschieht (Kellerbad ca. 25dB; Kellerschlafzimmer ca. 20dB).
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yewie56
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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon yewie56 » 24.09.2011

CH1 außen auf der Fensterbank
CH2 innen auf der Fensterbank

Ich habe ein Problem damit, CH1 und CH2 zu unterscheiden.
Dies liegt wohl daran, dass das orange bzw orangebraun nahezu zweimal vorkommt.
Und daran, dass wohl je Kanal 4 Terzen dargestellt werden sollen, aber nur jeweils 3 Terzen dargestellt werden. Irgendwo fehlen da Häkchen. Oder hast Du jeweils eine Terz absichtlich ausgeschaltet?
Welche ist das bei CH1 bzw. CH2

Es zeigt sich aber auch, daß ein Schließen des Kellerbad-Fensterchens die Pegel noch weiter aufspreizt als dies beim größeren Kellerschlafzimmerfenster mit der dort im Vergleich riesigen Freifläche vor dem Fenster geschieht (Kellerbad ca. 25dB; Kellerschlafzimmer ca. 20dB).


Deshalb kann ich diesem Punkt oben nicht folgen

yewie56
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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon yewie56 » 24.09.2011

Es zeigt sich sehr schön oder eher erschreckend daß der Ton draußen lauter wird wenn das Fenster geschlossen wird.


Warum ist dies so?

obod0002
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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon obod0002 » 24.09.2011

vielleicht weil das Fenster die höheren Frequenzen reflektiert?

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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon obod0002 » 24.09.2011

[quote]Ich habe ein Problem damit, CH1 und CH2 zu unterscheiden./quote]
leider sind die gewählten Farben auf dem Screenshot deutlich schlechter zu erkennen als im Original. ICh arbeite daran.
Sei's drum: die oberen drei Linien sind das Mikro außen mit den Frequenzen 31.5, 20, 25hz.
Unten sind die drei Frequenzen des Innenmikros, gleiche drei Frequenzen

Ganz rechts die Linie die auf -90dB endet ist 25hz.

yewie56
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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon yewie56 » 24.09.2011

Uff, ok. Habe gerade entdeckt, dass ich meinen Bildschirm wirklich gut einstellen muss (Farbsättigung hochreißen), um die Farben besser unterscheiden zu können. Nun gehts.

Betrachten wir nun nur die Fenster ZU Situationen:
Und nur die Pegeldifferenzen der Terzen Min-Max, also den "Pegelspan".

Kellerbad, CH1 Außen, Pegelspan Max 4dB
Kellerbad, CH2 Innen, Pegelspan Max 8dB

Kellerschlafzimmer, CH1 Außen, Pegelspan Max 5dB
Kellerschlafzimmer, CH2 Innen, Pegelspan Max 7dB

Deshalb kann ich Deine letzte Folgerung

Es zeigt sich aber auch, daß ein Schließen des Kellerbad-Fensterchens die Pegel noch weiter aufspreizt als dies beim größeren Kellerschlafzimmerfenster mit der dort im Vergleich riesigen Freifläche vor dem Fenster geschieht (Kellerbad ca. 25dB; Kellerschlafzimmer ca. 20dB).


so nicht sehen.

Deine Behauptung gilt jedoch für den Pegelspan bezüglich Innen und Außen, also so etwas wie das "Dämpfungsmaß". Und da dämpft natürlich ein kleineres Fenster wohl um die 5dB besser.

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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon yewie56 » 24.09.2011

vielleicht weil das Fenster die höheren Frequenzen reflektiert?


Die höheren Frequenzen?

Also für mich gehört
gelb 20Hz
rot 25Hz
und orange 31.5Hz zum CH1 (Außen)

und
blau 20Hz
weiß 25Hz
und pink 31.5Hz zum CH2 (Innen)

Anyway
Beim Kellerbad wird 31.5 Hz am besten reflektiert
Beim Kellerschlafzimmer wird 20Hz am besten reflektiert.

Das ist doch auch noch interessant, oder?

Ja, und das
Reflexionsvermögen des Kellerbadfensters (-87 -> -72 entspr. 15dB)
ist (in dB-Pegeln!) mehr als doppelt so gut wie das
Kellerschlafzimmerfenster (-81 -> -76 entspr. 5 dB).

Ja, jetzt könnte man annehmen, ist doch logisch. Denn das große Kellerschlafzimmerfenster reflektiert deshalb schlechter, weil es größere Verluste hat, da es nicht so gut isoliert:

Das ist aber auch nicht so

Isolation (Dämm-Maß) Kellerbad:
-87 -> -95 (im Mittel) 8dB

Isolation Kellerschlafzimmerfenster
-81 -> -92 (im Mittel) 11dB

Begriffe zur Isolation_nicht normgerecht_yewie56.jpg
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Re: Experimente zu Grundlagen der Akustik

Beitragvon obod0002 » 24.09.2011

alle deine Annahmen sind richtig, yewie.
Ich versuche die Plots beim nächsten Mal auch etwas besser lesbar zu machen. Die nutze ich ja erst seit kurzem.

Die Frage die mich beschäftigt ist natürlich weiterhin: wie bekomme ich die Peakfrequenzen im Kellerschlafzimmer (also die 25 und 38hz) niedriger?
Liegt es daran, daß zumindest die 25hz von außen kommen und durch das Fenster nur ungenügend gedämmt werden oder werden beide Frequenzen erst im Gebäude erzeugt?
Ich denke ich werde von den Terzen mal weggehen und die mich interessierenden Frequenzbänder scannen: also 24-27 hz und 36.5-37.5hz.
Vielleicht zeigt mir das was.
Im Wasserfallbild weiter oben scheint es mir als ob zumindest die 25hz draußen deutlich geringer sind als im Zimmer.