Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Tätigkeit, Tageszeit und Umgebung spielen eine wichtige Rolle ob Lärm im Tieftonbereich (kurz LFN) eine unangenehme Begleiterscheinung oder eine dramatische Belastung darstellt. LFN vermindert das Wohlbefinden selbst dann, wenn er nicht bewusst wahrgenommen wird. Es ist darum angezeigt, dass genau so wie im Umgang mit Giftmüll oder radioktivem Material auch bei Lärmemissionen präventiv Massnahmen zum Schutze der Wohnbevölkerung ergriffen wird.
yewie56
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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon yewie56 » 11.03.2011

Das untere Farbdiagramm zeigt die Vibration, gemessen mit einem Beschleunigungssensor der auf einem in die Wiese versenkten Stein befestigt wurde. Auch hier ganz klar und deutlich ausgeprägte Linien bei 50 oder 100 Hz.


Schrotti, danke für den Schrieb. Im Geo ein ausgeprägter 47Hz.
Hast Du schon einmal über mehrere Stunden aufgezeichnet?
Auch ich finde akustisch solche ausgeprägten Monochromes über 1-2 Stunden und plötzlich sind sie weg und tauchen - auch in den nächsten Tagen - bei der Frequenz nicht mehr auf.

Bei Minute 20 sehe ich im Geo Sweep-Downs. Dies könnte einem Abregeln entsprechen. Was mich aber verunsichert, sind die Peaks. Immerhin tauchen sie in einem nahezu festen Zeitraster auf. Eine Zweipunkt-Regelung - und dann doch wieder eine Proportional-Regelung?

Drei Verursacher:
Eine durchlaufende Maschine
Ein Zweipunkt-Regler
Ein Proportional-Regler

Im Akustik-Diagramm höchste Intensität bei 1.4Hz und zwei Peaks, welche mit dem Geo korrelieren (zweiter Peak).

Wo kommen die 1.4 Hz her?
1/f Rauschen?

schrotti
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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon schrotti » 12.03.2011

Das Beispiel mit den Autos sollte nur deutlich machen das es eigentlich sinnlos ist einem einzelnen Brummer nachzujagen, es soll nur deutlich werden das wir einer systematischen Umweltverschmutzung erlegen sind die durch eine Vielzahl von Verursachern gemacht wird.
Und die Verursacher sind alle mehr oder weniger von der gleichen Art.

Langzeitaufnahmen habe ich noch nicht gemacht sind aber vorgesehen. Mit dem Aufnahmegerät sind bei 44100/16 etwa 6 Stunden möglich.
Diese mächtigen Peaks würde ich nicht weiter beachten, die Messungen werden in einem städtischen Umfeld durchgeführt, da können Störungen durch Fahrzeuge, Flugzeuge etc. vorkommen.
Bei den Sweep-Downs sind auf dem akustischen Signal ganz oben verstärkte Aktivitäten erkennbar, vermutlich auch Störungen durch Fahrzeuge?
Würden die Farbeinstellungen der Grafik geändert würden die Sweeps vielleicht auch im akustischen Teil sichtbar.

Die Anzahl der Maschinen muss sehr viel größer sein. Wenn ich nur von der Anzahl der umliegenden Bauwerke, Flughafen mit der großen Zahl seiner Lager und anderer Gebäude, so müssen das dutzende Maschinen sein.
Ich könnte mir vorstellen das der Untergrund bei Mikrobeben elastische Eigenschaften hat, so wie Pudding, und das die ständig wachsende Zahl der motorischen Antriebe ständig auf diesen Pudding einwirkt und diesen großflächig zum schwingen bringt. Jede zusätzliche Maschine trägt nur ihren Teil bei, so ist ständig eine große Zahl der Maschinen aktiv und gibt Vibrationen ab die durch die Netzfrequenz quasi im Gleichtakt laufen. So wie eine Mannschaft die im Gleichschritt über eine Brücke marschiert.

Die starke Linie bei 1,4 im Akustikdiagramm ist vermutlich das Resultat der Lüftungsanlagen. Der Recorder kann bis 5 Hz aber auch tiefer mit entsprechen Abschlägen, also bei der Frequenz ist wirklich eine starke Amplitude vorhanden. Überhaupt ist im dem Bereich kräftig was los.

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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon obod0002 » 14.03.2011

Siehe Thread "Mögliche Dämm-Maßnahmen" Es gibt da Ansätze mit (Verbund-) Plattenresonatoren, welche noch relativ kompakt gebaut werden könnten. Der Thread sollte mit Berechnungsgrundlagen fortgeführt werden. (Excel-Worksheet, ich bin dran)
das Problem könnte sein, daß die VPRs nicht bis zu so tiefen Frequenzen herunter (stark genug) wirksam sein könnten.

Gemäß der Theorie und den Formeln ist's kein Problem, aber wenn wir uns nur auf die stürzen, funktionieren auch poröse und faserige Absorber. Bei lambda/4 Dicke müssen wir dann wohl oder übel aus unseren Häusern raus, da dann kein Platz mehr für uns wäre.

Ich hab' die Formeln für den VPR letzte Woche verschlungen und denke ich könnte welche bauen. Bevor ich das bei mir tue - ich muß es bald tun, da ich im April Besuch bekomme und bis dahin wieder mein Schlafzimmer benötige - muß ich aber noch zwei Dinge vorher erledigen. Bei einer komme ich noch mit der Bitte um Hilfe bei Euch vorbei ...

schrotti
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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon schrotti » 14.03.2011

Heute dem 14.03.2011 um etwa 9:30 eine Messung direkt an einem Auslass für eine Klimaanlage die ein sehr sehr starker Brummer ist.
Der Auslass ist wie eine Brunnen geformt mit einer etwa 1m hohen Umfassungsmauer.
Das Mikro lag auf der Umfassung.

In dem Signal Diagramm entspricht die maximal mögliche Amplitude von 1, einer Amplitude von 114 dB.
Im Vergleich mit der Amplitude eines Kalibriersignals von 94 dB.

mfg

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obod0002
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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon obod0002 » 16.03.2011

vor einer Woche gab's mal einige Postings bzgl. "DEM" (hier eigentlich "DES") Verursacher(s).

Ich möchte die mal wieder beleben:
welchen Grund / welche Gründe gibt es daß die letzte Nacht / der heutige Morgen so laut war im Vergleich z.B. zu dem Tag davor?

Technische Verursacher werden Montag Nacht auf Dienstag im Vergleich zu Dienstag Nacht auf Mittwoch (=heute) kaum derartige Unterschiede bewirken.
Was also trieb mich - und scheinbar nicht nur meiner einer - letzte Nacht in den Brumm?

Laßt es uns finden. Für mich spielt's dabei keine Rolle ob ich mit dem "DEM" falsch liege.

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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon schrotti » 16.03.2011

Technische Verursacher werden Montag Nacht auf Dienstag im Vergleich zu Dienstag Nacht auf Mittwoch (=heute) kaum derartige Unterschiede bewirken.

Tausende Gründe!
Alleine an der Einrichtung an der ich tätig bin gibt es hunderte große und kleine Maschinen nur für Lüftungen. Diese werden über Zeit, Temperatur, Verbrauch, Kalender, etc. gesteuert.
Und dann spielen noch physikalische Eigenschaften, Leistung, Drehzahl, und technische Einstellungen an der Maschine und der Regelung eine Rolle.
Also es gibt tausenderlei Gründe dafür.

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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon yewie56 » 17.03.2011

Rotationsmaschinen größer einer Anschlussleistung von 1kW gibt es bei mir im Radius von 800m nur drei:

REWE, Penny und eine Tiefgarage. Ansonsten ist da nur Wiese, Einfamilienhäuser, ein paar Wohnblocks ohne
Klimaanlagen und ohne Lüfter. Ja, es stimmt, meine Küchenabzugsanlage hat 2x 250W.

Bei den großen drei habe ich mich durch einen Ortstermin vergewissert, dass sie bei einem fetten Brumm AUS waren.
Die Küchenabzugshaube war auch aus...

Hhm...

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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon schrotti » 18.03.2011

Wir dürfen die physikalischen Gesetze der Schallausbreitung nicht vergessen.
Das Diagramm oben zeigt 5 Frequenzen in unterschiedlicher Lautstärke. wenige Frequenzen aber in enormer Lautstärke. Die größte Lautstärken haben die Frequenzen bei 7 und 50 Hz. In der Signaldarstellung sehen wir einen Spitzenpegel von etwa 0,8 das entspricht einem Pegel von etwa 110 dB (1 entspricht etwa 114 dB).
Die Schalldämpfung in der Luft (Disipation) ist abhängig von der Frequenz.
In der 'Schallmessfibel für die Lärmbekämpfung' von Werner Bürk, wird für die Schallabschwächung in der Luft für 100 m bei 63 Hz ein Wert von 0 dB angegeben, bei 250 Hz 0,1 dB.
Bei 7 Hz wird die Abschwächung über die Entfernung sehr gering sein. Hier müssen wir also bei 7 Hz mit Entfernungen rechnen die bei mehreren Kilometern liegen.

Eigentlich haben wir es mit einem Klangteppich zu tun der aus vielen Verursachern gebildet wird. Die Abschaltung einzelner Anlagen kann hier irreführen da sich nur wenig verändert (es sei denn da ist ein extremer Brummer dann würde aber immer noch im Hintergrund Brummen sein), also Vorsicht bei der Einschätzung der Situation.
Es gibt aber auch einzelne Anlagen die durch besondere Lautstärke und Brummverhalten (Höreindruck und Lautstärke) hervortun. In dem Diagramm oben vermute ich so eine besonders laute Anlagen.
Ich habe den Verdacht, dass diese Anlage über viele Kilometer hinweg hörbar ist und einen sehr aggressiven BT verbreitet.

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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon obod0002 » 18.03.2011

wenn der Brumm über die Luft übertragen wird, was ja auch meine Vergleichsmessungen suggerieren da der Raum unseres Nachbarn so viel leiser ist als unser angrenzender Raum:
könnten wir dann nicht bei stärkerem Wind aus definierten Richtungen grob eingrenzen aus welcher Himmelrichtung der Verursacher stammt resp. aus welcher er nicht kommen dürfte?
Ihr könnt bei "dem" Verursacher gerne auch die Mehrzahl verwenden auch wenn schrotti zuvor von "der" Anlage sprach ;-)

schrotti
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Re: Da haben wir die Ursache für den Brummton!

Beitragvon schrotti » 18.03.2011

Hi Forum,
wer kennt sich aus mit der fft Analyse und dem Hören?
Folgendes Problem:
In der Signaldarstellung der Grafik ist eine Amplitudenspitze zu sehen die bis etwa 0,8 geht.
Da das Signal aus einer Mischung von mehreren Frequenzen besteht wird die fft Analyse für die beteiligten Frequenzen jeweils kleinere Amplituden anzeigen.
Im realen Signal ist aber der großer Schalldruck von 0,8 tatsächlich an das Ohr gelangt und hat entsprechende Reaktionen im Hörmechanismus verursacht.

Also gibt es scheinbar einen Widerspruch:

1. Ein bestimmter realer hohen Schalldruck direkt am Ohr

2. Rechnerisch aber kleinere Schalldrücke

Mein Eindruck, das reale Hören, die realen Schalldrücke werden von der Theorie bzw. der Signalanalyse nicht wirklich erklärt, sie sind nur Theorie die Praxis ist anders.